Standpunkt: Biodiversität und Pflanzenschutz

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Es sieht eine deutliche Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln vor. Durch eine derartige Forderung sehe ich unsere traditionellen Kulturlandschaften und den darauf betriebenen Weinbau in Frage gestellt. Ohne Pflanzenschutz können unsere Betriebe nicht sicher planen. Er ist weiterhin unverzichtbar, um Landwirtschaft, um Weinbau, zu betreiben.

Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, dass durch den Klimawandel alte und neue Schadorganismen bzw. Pflanzenkrankheiten den Weinbau vor immer größere Herausforderungen stellen, die er ohne Pflanzenschutz nicht bewältigen kann. Verstehen sie mich nicht falsch: generell sind die Winzer gewillt, sich für Umweltschutz und Biodiversität einzusetzen. Umweltschutz und Biodiversität sind jedoch eine gesellschaftliche Aufgabe – also gleichermaßen für alle Unternehmen und jeden einzelnen Bürger und nicht allein die der Bauern und Winzer.

Ich kann nur wiederholen, dass ich in der heutigen Diskussion über Pflanzenschutz, Düngung oder Insektensterben einen sachorientierten, wissensbasierten und ideologiefreien Dialog vermisse. Aspekte wie z.B. Klimawandel, Flächenverbrauch, Abgasemissionen müssten fairerweise auch in die leider oft eindimensional geführte Diskussion einbezogen werden.

Mein großes Anliegen ist es, die gesellschaftliche Wahrnehmung des Weinbaus wieder zu verbessern und unsere traditionelle Weinkultur zu erhalten, für die wir aktuell einen Schutz als immaterielles Kulturerbe anstreben.

Klaus Schneider, DWV-Präsident

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