DWV-Factsheet: Die neue Qualitätspyramide

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Einleitung

Kern der Reform der WeinVO ist eine Veränderung des Weinbezeichnungsrecht zum Erntejahrgang 2026. In diesem Rahmen hat sich der deutsche Verordnungsgeber zu einer Änderung der bisherigen Qualitätsregelungen entschlossen. Die neue Qualitätspyramide ist in Zukunft nach dem Grundsatz zu verstehen:

je kleiner die geographische Angabe, desto höher das Qualitätsversprechen“.

Insoweit deckt sich die neue Qualitätspyramide mit dem neuen geografischen Bezeichnungsrecht (siehe dazu Factsheet Neues Bezeichnungsrecht)

Die neue Pyramide setzt auf niedrigste Stufe den „Deutschen Wein“ (ohne Herkunftsangabe), auf nächster Stufe den „Landwein“ (geschützte geografische Angabe, g.g.A.) und auf die dritte Stufe die Weine eines „Anbaugebiets“ (geschützte Ursprungsbezeichnung, g.U.). Diese letzte Stufe unterteilt sich noch einmal in vier Einzelstufen, dem Wein aus der g.U., den Regionalwein, dem Ortswein und dem Lagenwein.

1. die neue Pyramide

2. Die Änderungen

Das bisherige und bekannte System der Qualitätsstufen (Prädikatsstufen) bleibt bestehen. So können für die Weine in der g.U. weiterhin die Prädikate Kabinett bis Eiswein anhand des Mostgewichtes verwendet werden.

Es tritt jedoch das neue 4-stufige Modell innerhalb der g.U. hinzu. Dieses wird geprägt durch Vorgaben, die zur Berechtigung des Führens einer gewissen Stufe (zumindest für den Ortswein und den Lagenwein) gesetzliche Vorgaben wie Vermarktungszeitpunkt, Mindestmostgewichte und eine Rebsortenliste (allerdings ohne konkrete gesetzliche Begrenzung der Anzahl) voraussetzt.

Jede g.U. kann anschließend weitere Regelungen treffen etwas bzgl. des Hektarertrages, der Gebindegröße etc.

Zusammenfassung

Es ist ein erster Schritt hinsichtlich des Übergangs vom germanischen Qualitätssystem zum herkunftsgeprägten romanischen Bezeichnungssystem gemacht. Einige weitere werden folgen müssen und es ist ein laufender Prozess. Gewisse Aspekte, die in den letzten drei Jahren kontrovers diskutiert wurden wie z.B. eine mögliche Reform des Prädikatssystems wurde erstmal verworfen bzw. verschoben.

Aus Sicht des DWV handelt es sich um einen Schritt in die richtige Richtung, um die deutschen Weine – im weltweiten Vergleich, aber auch national – zu stärken und angepasst an den modernen Markt und den sich stetig ändernden Verbraucherwillen auf Dauer zu profilieren. Es wird jedoch weitere Entwicklungen und Strukturen geben, die sich vom derzeit im WeinG hinterlegten Prädikatsweinsystem abwenden. Der DWV vertritt hier das Ziel, gemeinsam mit dem Erzeuger eine für den Verbraucher verständliche und praktisch einfach umzusetzende Lösung zu entwickeln.

Herausgeber – der DWV

Dieses Factsheet wurde erstellt durch den Deutschen Weinbau Verband, e.V. mit Sitz in Bonn. Der Deutsche Weinbauverband e.V., kurz DWV, ist die Berufsorganisation der deutschen Winzerinnen und Winzer. Er vertritt die Gesamtinteressen seiner Mitglieder gegenüber internationalen und nationalen Institutionen und Organisationen und setzt sich dafür ein, die beruflichen Belange der deutschen Winzerschaft zu wahren und zu fördern.

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