Bürokratieabbau in der Landwirtschaft – DWV fordert Politik zur Entlastung der Weinbranche auf

Das DWV-Präsidium mit der Geschäftsführung (v.l.n.r.): Vizepräsident Heinz-Uwe Fetz, Vizepräsident Thomas Walz, Generalsekretär Christian Schwörer, Präsident Klaus Schneider, Vizepräsident Jens Göhring, Vizepräsident Peter Albrecht, Vizepräsident Hans Albrecht Zieger. © DWV / dieth+schröder fotografie

Bonn | Im Zuge des laufenden strukturierten Landwirtschaftsdialogs, der Ende Januar in Brüssel, aber auch auf nationaler Ebene, gestartet wurde, liegt ein besonderes Augenmerk auf der Entbürokratisierung. Der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Klaus Schneider, fordert deutlich: „Die Entlastung der Landwirtschaft durch die Flexibilisierung des GLÖZ 8 für Ackerland kann nur ein erster Schritt sein! Wir benötigen ein strukturiertes und digitalisiertes Vorgehen für alle Bereiche der Landwirtschaft. Dabei müssen auch die Besonderheiten unserer Dauerkultur berücksichtigt werden!“

Der Deutsche Weinbauverband (DWV) sieht in einer Stellungnahme als zentrales Anliegen der Branche die Notwendigkeit eines vereinheitlichten Meldewesens auf Basis einer verbesserten digitalen Infrastruktur. Insbesondere die Verfügbarkeit von Meldeportalen auch in mobiler Form sowie eine intuitive Gestaltung werden dabei als essenziell angesehen. Der DWV appelliert außerdem an die Behörden, im Rahmen von Kontrollen ein pflichtgemäßes Ermessen walten zu lassen, um die Praktikabilität der Regelungen sicherzustellen.

DWV-Generalsekretär Christian Schwörer erklärt: „Der Forderungskatalog ist vielfältig und der Frust sitzt tief, das wird in beinahe jedem Gespräch mit unseren Mitgliedern deutlich. Dabei würden schon Kleinigkeiten helfen, die bürokratische Verwaltungslast zu erleichtern.“ Der DWV listet in seiner Stellungnahme unter anderem die automatische Übertragung von Flächendaten aus dem Vorjahr innerhalb gewisser Meldeverpflichtungen oder digitale Antragstellungen für alle Fördermaßnahmen auf. Auch ein einheitliches Meldedatum übereinstimmend mit dem Weinwirtschaftsjahr oder die tatsächliche Ausübung von Kontrollspielräumen beispielsweise bei Zeilenbreiten wurde durch die Mitglieder benannt. „Aber auch nicht weinrechtspezifische Aspekte wie Vorgaben zur Steuerglättung, Umsatzsteuerpauschalierung oder den baurechtlichen Vorgaben im Außenbereich blockieren die Betriebe in ihrer Entwicklung in einem derzeit bereits schwierigen Marktumfeld“, ergänzt Schwörer.

„Wir sind Landwirte, Winzerinnen und Winzer, geworden, weil wir in und mit der Natur ein hochwertiges Produkt erzeugen wollen, an dem Konsumentinnen und Konsumenten Freude haben. Wir wollen keinen Schreibtischjob! Doch die stetig steigenden Dokumentationspflichten und immer komplexer werdenden Formulare verschieben unsere Tätigkeit! Wir sitzen inzwischen fast mehr am Schreibtisch als auf dem Schlepper“, summiert DWV-Präsident Klaus Schneider.

Der Deutsche Weinbauverband e.V., kurz DWV, ist die Berufsorganisation der deutschen Winzerinnen und Winzer. Er vertritt die Gesamtinteressen seiner Mitglieder gegenüber internationalen und nationalen Institutionen und Organisationen und setzt sich dafür ein, die beruflichen Belange der deutschen Winzerschaft zu wahren und zu fördern.

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