DWV-Seminar: Neues zu Nährwert- und Zutatenangaben bei Wein

Dienstag, 4. Dezember 2023, 16:30 Uhr

Sie wissen es bereits: Seit dem 8. Dezember 2023 sind Angaben über den Nährwert und die Zutaten von Wein obligatorisch.

Durch die Veröffentlichung des Q&A der EU-Kommission liegen nun auch zu den strittigen und offenen Fragen der Übergangsfrist und der Frage der der Überschrift über dem QR-Code wichtige Informationen vor.

DWV-Generalsekretär RA Christian Schwörer & DWV-Weinjurist RA Matthias Dempfle gaben im Rahmen des 2. DWV-Seminars einen Überblick über die praktische Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben und die Neuerungen.
Im dritten Teil der Veranstaltung (ab ca. Min. 49) stellten sie sich den Fragen der Teilnehmer:innen.

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Teilnahme!

Hinweis & Klarstellung

Dabei sind zwei Fragen während und im Nachgang der Veranstaltung an den DWV adressiert worden, die – nach rechtlicher Prüfung – auch einer teilweisen Klarstellung der bisherigen Kommunikation sowie einer Anpassung des DWV-Factsheets verlangen. Diese werden im Folgenden daher für alle noch einmal explizit dargestellt.

(1) Gilt eine Cuvée, die nach dem 8.12. verschnitten wird, als zuvor hergestellt, wenn die darin enthaltenen Weine vor dem 8.12. hergestellt wurden?

Das Q&A der EU-Kommission erklärt, dass ein Wein als „Hergestellt“ gilt, wenn die erforderlichen Bedingungen in Anhang VII der VO (EU) 1308/2013 erreicht sind. Dabei stellt das Recht auf die Kategorie „Wein“ ab. Zum Erreichen der Kategorie ist es nach Einschätzung des DWV unerheblich, ob der Wein, nachdem er „hergestellt“ ist, noch oenologisch zulässig verschnitten wird oder nicht, da keine neue Erzeugniskategorie erreicht wird. Der DWV geht daher davon aus, dass eine Cuvée, die nach dem 8.12. verschnitten wird, als zuvor hergestellt gilt, wenn die darin enthaltenen Weine vor dem 8.12. hergestellt wurden.

(2) Wie konkret muss jetzt die Preisliste oder der Katalog aussehen für Weine, die nach dem 08.12.2023 hergestellt worden sind?

Ausweislich Art. 14 I a ) LMIV müssen verpflichtende Informationen über Lebensmittel vor Abschluss des Kaufvertrags verfügbar sein und entweder auf dem Trägermaterial des Fernabsatzgeschäfts erscheinen oder durch andere geeignete Mittel, die eindeutig anzugeben sind, bereitgestellt werden.

Unter Anbieten zum Verkauf durch den Einsatz von Fernkommunikationstechniken wird hier der Begriff der „Fernkommunikationstechnik“ gem. Art. 2 III u) LMIV als „jedes Kommunikationsmittel, das zum Abschluss eines Vertrages zwischen einem Verbraucher und einem Lieferanten ohne gleichzeitige körperliche Anwesenheit der Vertragsparteien eingesetzt werden kann“ verstanden – entscheidend ist hierbei nicht, ob der Vertragsschluss dann tatsächlich auf dem Wege erfolgt. (z.B.: Internetshops, Vermittlungsplattformen, Katalogangebote, Versandhandel, Apps, Telefon, Fax.) Bei dem Begriff des Verkaufs kommt es, anders als nach bisheriger Auffassung der DWV-Geschäftsstelle nicht auf die zivilrechtliche Definition an.

Daraus folgt, dass es für die Bereitstellung der Informationen nicht auf den Abschluss des Kaufvertrages ankommt, sondern die Informationspflichten bereits vor diesem Zeitraum entstehen können. Es soll dem Verbraucher die Möglichkeit gegeben werden, diese Pflichtinformationen zur Kenntnis zu nehmen, bevor er die von seiner Seite notwendige Handlung zum Erwerb des Produkts mittels Fernkommunikationstechnik abgeschlossen hat

Das heißt konkret dass, anders als bisher durch den DWV und auch anders im Seminar dargestellt, nach Lebensmittelrecht auch Preislisten und Kataloge, wenn der Käufer unmittelbar die Möglichkeit  erhält den Wein zu erwerben, eine Angabe der Nährwerte und Zutaten benötigen werden.

Aufzeichnung des DWV-Seminars

Ergänzende Unterlagen zum Download

Mit einem Klick auf die 4 Pfeile können Sie die Dateien im Vollbildmodus lesen. 

Mit einem Klick auf die drei Punkte (ganz rechts) können Sie die Dateien bequem als PDF herunterladen.

PowerPoint Präsentation

DWV-Factsheet

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